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Ist das Unkraut oder kann man’s essen?

Juli 7, 2016

Meine große Tochter ist im Moment auf Studienfahrt. Segeln am Ijsselmeer. Schön oder?

Ein paar Tage, bevor sie gefahren ist, hat sie ihren Biotopordner für die Schule fertig gemacht. Dafür hat sie auch einiges an Blumen und Blättern in ihrem Biotop gesammelt und gepresst. Für jedes Pflänzchen hat sie sich Informationen zusammengesucht, sich alles zurechtgeschnitten und dann samt Pflanze einlaminiert.

Ihr kennt mich ja und könnt euch denken: Das hat mich total begeistert und ich habe mir auch viele von ihren Infos durchgelesen, als sie fertig war.

Und da habe ich mal wieder feststellen müssen (ja klar, man weiss es ja eigentlich schon): So manches Unkraut ist nicht wirklich Unkraut sondern oftmals ein extrem nützliches, gesundes und teilweise sogar äußerst schmackhaftes Gewächs. Sie hat sogar einige Rezepte ausgesucht, die ich bestimmt irgendwann nachkochen werde :-).

Jedenfalls hat mich das Unkraut, sowie auch das Einlaminieren mal wieder in alle möglichen Richtungen inspiriert. Was mir zum Laminieren eingefallen ist, das ich unbedingt ausprobieren möchte, das verrate ich euch heute noch nicht. Aber wenn’s schön wird, dann zeig ich’s euch bestimmt bald.

 

Zuerst einmal widmen wir uns jetzt ausgiebig dem Unkraut und den dazugehörigen Unkrautblümchen:

Mein Garten ist ja ziemlich groß. Und weil ich irgendwie aus Zeitmangel …. in diesem Jahr kann ich es sogar auch noch auf das Wetter schieben …Juchuu!! ….also weil ich wegen dem Wetter halt nicht so oft wie ich eigentlich sollte im Garten arbeite und das Unkraut rauszupfe, wächst das Zeug wie wahnsinnig!!! Aber warum mit den Gegebenheten hadern? Man kann ja das Beste draus machen und einfach mal gucken, ob bei dem Unkraut, das da wächst, etwas brauchbares dabei ist, nicht wahr?

Und tatsächlich: Beinahe jedes Kraut ist brauchbar. Sogar Efeu, wobei das giftig ist. Früher haben die Leute es als Arznei zu sich genommen. Bisschen zuviel davon, dann war’s aber halt ganz schnell erledigt und die Krankheit sofort nebensächlich. Hat mir meine Tochter erzählt :-).

 

 

Also, was habe ich im Garten gefunden?

Ich glaube, da steht Borretsch. Der ist mir aber wegen der Blüten nicht so gaaaanz eindeutig. Ich habe mal in ein Blatt gebissen und ein bisschen drauf rumgekaut. Könnte laut Beschreibung passen, ich möchte aber keine Risiken eingehen und meine Familie noch ein Weilchen behalten. Darum habe ich ihn lieber links liegen lassen.

 

Essbare Unkräuter hat eigentlich jeder im Garten. Ich will euch mal zeigen, was ich mit dem ein oder anderen Kraut, bei dem ich mir sicher war, dass es das ist, wofür ich es halte, so angestellt habe:

 

Malvenblüten Kornblumen junge Blätter vom Giersch und Kapuzinerkresse

 

Kornblumen wachsen eigentlich immer irgendwo, solange der Boden gesund ist. Die Blüten werden gerne in Tee beigemischt. Ich habe sie in den Salat getan. Normalerweise hätte ich bei ihnen die Blütenblätter abgezupft. Ich mische sie so gerne in Kräuterbutter, sieht bunter aus. Müsst ihr mal versuchen. Heute habe ich sie in Salat verarbeitet. Da habe ich den ganzen Blütenkopf genommen. Sah hübscher aus und es geht mir noch gut ;-). Kornblumen wirken übrigens harntreibend und verdauungsfördernd.

Malven: Auch die habe ich in den Salat gemischt. Ich wollte eigentlich noch die jungen Blätter haben. Die sind angeblich sehr lecker, habe ich gelesen. Das finden irgendwelche kleinen Lebewesen aus meinem Garten allerdings wohl auch und haben mir kein einziges Blatt übrig gelassen, in das nicht mindestens 20 Löcher gefressen waren. Sollen sie doch den Rest auch noch essen. Ich verzichte dann eben ;-). Die Blüten und Blätter der Malve enthalten Schleimstoffe welche reizlindernd, entzündungshemmend und verdauungsfördernd sind.

Kapuzinerkresse: Einmal ausgesäht kann man sie getrost als invasiv bezeichnen. Also sowas wie Unkraut :-) …. aber ein sehr willkommenes. Sie schmeckt einfach wahnsinnig gut. Vorausgesetzt man mag Kresse gerne. Sie wirkt entschlackend, entwässernd und enthält ausserdem noch einiges an Vitamin C und stärkt somit das Immunsystem.

Gierschblätter: Mit dem Giersch habe ich hier wahnsinnig zu kämpfen. Er drängt sich an den schattigeren Plätzen wirklich in jeden noch so kleinen Winkel. Stellenweise habe habe ich ihn schon mit Waldmeister etwas verdrängen können. Aber wenn ich mal eine Zeit lang zu optimistisch bin, dann überwuchert er auch diesen wieder. Also freunde ich mich einfach mit ihm an und esse ihn. Praktisch: Er wächst ja tatsächlich fast das ganze Jahr über. Gesund ist er auch noch. Die kleineren jüngeren Blätter finde ich persönlich etwas schmackhafter und nicht ganz so zäh wie die großen. Der Giersch enthält unheimlich viel Vitamin C und Mineralstoffe. Er entsäuert, entwässert und stärkt das Bindegewebe.Wie wäre es mal mit Giersch im Salat?

 

ich ess blumen weil sie mir schmecken und gesund sind

 

Rezept für den Unkrautsalat mit Blümchenwiese:

Zutaten für 2 Portionen:

200 g Gurke geschält, halbiert und in Scheiben geschnitten

½ Zwiebel fein gewürfelt

1 Romana zerkleinert

1 handvoll Rucola

½ Knoblauchzehe fein gehackt

1 Scheibe Lieblingsbrot angeröstet und gewürfelt

1 eingelegte Piripiri kleingeschnitten

8 schwarze Oliven

5 eingelegte Artischockenherzen geviertelt

 

Dressing:

2 EL Olivenöl

2 EL Apfelessig

½ EL Dijonsenf

1 EL Wasser

Salz

Pfeffer

und dazu noch aus dem Garten:

  • 1 handvoll Blätter von der Kapuzinerkresse
  • 1 handvoll junge Gierschblätter
  • Kornblumen
  • Malvenblüten

Zuerst alle Zutaten von ganz oben in einer Schüssel mit dem Dressing vermischen. Dann Kapuzinerkresse und Gierschblätter untermischen und das ganze mit den Blümchen garnieren.

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Löwenzahn und Blüten vom Giersch

 

Gierschblüten: Die Blüten vom Giersch kann man auch essen. Sie sind süßer als die Blätter und eignen sich gut zur Deko, denn sie sind auch noch hübsch anzusehen.

Löwenzahnblätter: Auch den Löwenzahn kann man als regelrechtes Superfood bezeichnen. Er setzt sich genau so zäh an jeder Stelle durch, wie der Giersch auch. Fast noch hartnäckiger könnte man sagen. Wenn man die Blätter als Salat, oder wie ich als Brotbelag isst, dann tut man seinem Körper definitiv etwas Gutes. Der Löwenzahn enthält auch viel Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E, Calcium, Magnesium, Eisen, Bitterstoffe, Flavonoide, Mineralstoffe und Spurenelemente.

 

Toastbrot mit Artischocken und Unkraut aus dem Garten

 

Rezept für den geblümten Löwenzahntoast:

1 Scheibe Lieblingsbrot toasten. 1 El Olivenöl mit ½ TL Biosuppenpulver (ich nehme GöHa bioline Klare Bio Suppe) vermischen und auf das noch warme Brot streichen. Belegen mit Löwenzahnblättern und 1 zerkleinerten Artischockenherz (eingelegt). Mit Salz und Pfeffer würzen und zum Schluss mit den Gierschblüten bestreuen.

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Sauerampfer Ringelblume und Blüten von der Kapuzinerkresse

 

Ringelblumen gab’s bei mir auf’s Brot. Die mache ich sonst aber auch gerne in meine Kräuterbutter rein. Hier zupfe ich dann immer die Blütenblätter ab. Ringelblume wirkt allgemein stärkend auf das Nervensystem und die Verdauung. Äußerlich angewendet kann man sie in Öl oder zu Salbe verarbeiten. Ich habe mir ein paar Blüten zum Trocknen zur Seite gelegt und möchte sie dann in Öl einlegen. Dauert aber noch ein Weilchen, darum gibt es hierzu heute keine Bilder. Vielleicht ein ander mal ;-). Ringelblumenöl kann man bei Verletzungen, Wunden, Insektenstichen, Hauterkrankungen, Pilzerkrankungen, Muskel-, Gelenk und Bandscheibenbescherden auf die Haut aufgetragen. Ein Universaltalent quasi.

Blüten der Kapuzinerkresse: siehe Kapuzinerkresse

Sauerampfer: Seine Blätter schmecken leicht säuerlich, aber noch sehr angenehm, wie ich finde. Sie sind allerdings nicht nur sehr lecker, sondern auch noch reich an Vitamin C und stärken somit die Immunabwehr. Seine entahltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und antiviral. Der säuerliche Geschmack kommt von der Oxalsäure. Von daher den Sauerampfer bitte nur in normalen Mengen verzehren und nicht übermäßig viel davon essen, denn das kann auch schon mal zu Durchfall führen.

 

Knobauchbrot mit Sauerampfer und Blüten

 

Rezept für den Knoblauch – Sauerampfer – Toast:

1 Scheibe Lieblingsbrot toasten. 1 Stück Knoblauch fein würfeln und mit Salz zerdrücken. Mit 1 EL Olivenöl vermischen und auf das noch warme Brot streichen. Junge Sauerampferblätter auf dem Brot verteilen, 3 kleine Tomaten in Scheiben schneiden und auf den Sauerampfer legen. Mit Salz und Pfeffer würzen.Zum Schluss mit den ausgezupften Blütenblättern einer Ringelblume und einer Kapuzinerkresseblüte garnieren.

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Zum Schluss will ich euch noch zeigen, wie ihr die Blüten von eurem Salbei verwerten könnt:

Den möchte ich jetzt allerdings nicht zum Unkraut zählen :-). Ich habe ihn schließlich selbst gepflanzt.

 

Salbei

selbstgemachter Salbeiessig

 

Gebt einfach die Blüten vom Salbei in eine saubere Flasche und füllt den Rest mt einem guten Weinessig auf. Lasst den Essig samt Blüten etwa vier Wochen bei Raumtemperatur stehen und schwenkt sie ab und zu um. Nach vier Wochen den Essig durch einen Filter gießen und schon habt ihr einen fein aromatisierten Essig :-).

Das selbe könnt ihr auch noch mit vielen anderen Blüten machen. Zum Beispiel Gierschblüten, Blüten vom Oregano, Rosenblüten, Holunder …..

Und wie verarbeitet ihr so die Kräuter, die wild bei euch im Garten wachsen?

 

Liebe Grüße

Eure Isabell

 

 

 

4 Comments

  • Reply Liezel Glaubitz Juli 7, 2016 at 5:37 pm

    Mmm…. it all looks so delicious, colourful and really fresh! ‚Buying‘ local right from your garden.. awesome!

    • Reply Isabell Juli 8, 2016 at 5:43 am

      Hello Liezel!
      Thank you so much!And it´s really healthy food. But only if you choose the right herbs and flowers, of course. That’s really necessary to survive ;-).
      Enjoy your weekend!
      LG
      Isabell

  • Reply birthesgartenzeiten Juli 8, 2016 at 1:40 pm

    Hallo Isabell,
    das sieht alles wirklich sehr lecker und gesund aus – So schnell kann man mit Blüten einen Salat aufpeppen – das Auge isst mit. Mit Giersch kämpfe ich auch, einige verwende ich zwar in Smoothies, aber das sind ja nur einige wenige Blätter. Borrettschblüten und -Blätter kommen in den Salat, viele Kräuter werden u.a. getrocknet und für später „konserviert“, Der Essig sieht mit den Blüten sehr hübsch aus – und schmeckt nach dem Ziehen ebenso lecker :-). Liebe Grüße, Birthe

    • Reply Isabell Juli 9, 2016 at 11:10 am

      Hallo Birthe!
      Das mit dem Smoothie ist eine sehr gute Idee. Das habe ich noch nicht ausprobiert. Spinat mixe ich zwar manchmal rein, aber der Giersch durfte noch nicht in den Mixer. Ich probier das jetzt aber gleich mal aus!!! Danke ;-).
      Liebe Grüße und ein tolles Wochenende!
      Isabell

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